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Einkommensanteil vs. Kredit für Fachkräfte

Ein Einkommensanteil und ein Kredit stellen beide Geld im Voraus bereit, verteilen das Risiko aber gegensätzlich. Für eine Fachkraft, die einen Umzug ins Ausland finanziert, entscheidet der Unterschied, ob das Risiko bei ihr oder beim Finanzierer liegt.

Wie ein Kredit funktioniert

Ein Kredit ist unkompliziert: Eine Bank oder ein Kreditgeber zahlt eine feste Summe aus, berechnet Zinsen und legt einen Rückzahlungsplan fest. Die Raten werden nach diesem Plan fällig — unabhängig davon, wie sich das Einkommen der Fachkraft entwickelt oder ob es überhaupt schon fließt. Der Kreditgeber erhält denselben Betrag zurück, ob das Vorhaben gelingt oder ins Stocken gerät.

Für eine Fachkraft, die ins Ausland ziehen will, entstehen daraus zwei Probleme. Erstens liegt das gesamte Risiko bei ihr: Zieht sich die Anerkennung hin oder dauert die erste Stelle länger als geplant, werden die Raten trotzdem fällig. Zweitens vergeben die meisten Kreditgeber gar keinen Kredit an jemanden ohne lokales Einkommen oder Kredithistorie — genau die Situation, in der sich die meisten Fachkräfte vor der Migration befinden.

Wie ein Einkommensanteil funktioniert

Cleero finanziert die rund €12.000, die eine Fachkraft für den Umzug braucht — Visum, Sprachtraining, Anerkennung der Qualifikation und weitere Kosten rund um die Migration. Es muss keine Kreditsumme zurückgezahlt werden, und es fallen keine Zinsen an. Stattdessen zahlt die Fachkraft, sobald sie in Europa verdient, feste 10% ihres Einkommens über 10 Jahre zurück.

Vor dem ersten Einkommen ist nichts fällig. Fällt das Einkommen in einem bestimmten Monat niedriger aus — etwa durch eine ruhige Phase, Teilzeit oder eine Lücke zwischen zwei Jobs —, fällt auch die Rückzahlung für diesen Monat niedriger aus, weil sie sich am tatsächlich verdienten Einkommen bemisst und nicht an einer festen Summe.

Im direkten Vergleich

Die beiden Instrumente unterscheiden sich in jedem Punkt, der für eine Fachkraft auf dem Weg ins Ausland zählt. Vorabkosten: Auch ein Kredit verlangt zunächst nichts, lässt die Fachkraft aber von Anfang an mit Schulden zurück; ein Einkommensanteil verlangt ebenfalls nichts im Voraus, erzeugt dabei aber keine Schulden. Rückzahlung: Die Kreditrate ist fest, unabhängig vom Einkommen; die Rückzahlung beim Einkommensanteil richtet sich nach dem, was die Fachkraft tatsächlich verdient.

Risiko bei Verzögerung: Verzögert sich die Migration, trägt bei einem Kredit die Fachkraft die Kosten, weil die Raten trotzdem fällig werden; beim Einkommensanteil trägt Cleero dieses Risiko, da erst zurückgezahlt wird, sobald Einkommen fließt. Interessenlage: Ein Kreditgeber erhält denselben Betrag zurück, ob es der Fachkraft gut geht oder nicht — ihm ist das Ergebnis gleichgültig; Cleero verdient nur, wenn die Fachkraft verdient, und beide Seiten ziehen am selben Strang.

Warum ein Einkommensanteil zur Migration passt

Migration schafft Wert erst mit Verzögerung. Die Qualifikation einer Fachkraft muss anerkannt werden, was in Deutschland typischerweise drei bis sechs Monate dauert, und erst danach folgen Umzug und Jobsuche, bevor überhaupt ein Einkommen entsteht. Ein Finanzierungsinstrument, das feste Rückzahlungen ab dem ersten Tag verlangt, passt schlecht zu diesem Zeitverlauf — es belastet die Fachkraft, bevor überhaupt ein Einkommen da ist, gegen das sich die Zahlung aufrechnen ließe.

Ein Einkommensanteil ist genau dafür gemacht. Er wartet einfach, bis das Einkommen da ist, und nimmt dann seinen festen Anteil. Cleero versteht sich als Finanzierungsschicht, nicht als Schule: Es finanziert den Umzug und wird aus dem Ergebnis zurückgezahlt, ohne selbst die Verantwortung für die Ausbildung zu übernehmen. Wer genauer wissen möchte, was einkommensbasierte Finanzierung ist und wie sie funktioniert, findet mehr in unserem Erklärartikel zu einkommensbasierter Finanzierung für Fachkräfte-Migration.